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Ein weiteres Projekt von uns ist der Selbstbau einer Zahnradlokomotive. Durch den Bau von Personenwagen und den dabei erworbenen Erfahrungen, wagten wir uns nun an eine HGe 4/4 II. Da sich der Lokkasten als relativ einfach gestaltet und die Dachpartie mehr Aufwand benötigt, haben wir uns entschlossen mit den doch komplizierten Motor-Drehgestellen zu beginnen. Denn was nützt ein Lokkasten, wenn keine funktionierende Drehgestelle vorhanden sind. Sicher kann man bei Hesga Drehgestelle bestellen oder sich bei Kiss die komplette Lok kaufen. Bloss eine frage des Budgets. Der Bau dieser Lokomotive soll auch irgendwie Spass machen und die Freude, wenn sie fertig ist, wird sicher grenzenlos sein.
Die Drehgestelle
Als 1. Voraussetzung der zu bauenden Drehgestelle ist, dass auch R1 durchfahren werden kann. Als Achsabstand im Drehgestell wählten wir den Durchschnitt von Kiss und LGB um die Reibung in Kurven zu vermindern. So verkürzten wir den Achsabstand um 8 mm auf 124 mm. Als Achsen wählten wir die von LGB mit Durchmesser auf der Lauffläche 37.5 mm. Für das Zahnrad versuchten wir zuerst das Original von LGB zu erwerben, ist aber ein Akt der Unmöglichkeit geworden und nicht erhältlich. Dementsprechend ist das Zahnrad neu entwickelt worden und das unsere passt wirklich perfekt in die LGB-Zahnstange. Das sagen auch Kunden von uns, welche bei uns solche erworben haben. Das Zahnrad ist aus Edelstahl gefertigt und wird dadurch kaum Abnützungserscheinungen aufweisen.
2. Voraussetzung, die Drehgestelle sollen mit je 2 Elektromotoren ausgestattet werden. Dies könnte sich im Adhäsionsbetrieb als Vorteil erweisen um ein durchdrehen eines Achsenpaar zu vermeiden. Auch ist die Synchronität der Zahnräder eliminiert beim einfahren in die Zahnstange und es kann sich nicht verwehren durch Einzelachsantrieb. Ein weiterer Knackpunkt ist das Getriebe und der Motor. Fündig für die Motoren sind wir bei Maxon geworden. 22 mm im Durchmesser, Länge 31 mm und 24V, geradezu ideal für unser Vorhaben. Die Getriebeübersetzung fällt mit 1:12 aus und ist in zwei Stufen aufgeteilt. Beim ersten Prototyp ist eine 3 Stufige Übersetzung 1:33 eingebaut worden. Das Ergebnis war viel Kraft aber keine Geschwindigkeit. Die Zahnräder für das Getriebe sind aus Delrin. Lediglich das Zahnrad auf der Motorachse ist aus Messing.
Der Getriebekasten ist in Edelstahl gefertigt und so konstruiert, dass alle Teile ineinander gesteckt werden können und abschliessend mit den Frontplatten alles zusammengehalten wird. 2 Schrauben pro Frontplatte fixieren zusätzlich das Ganze. Als Herausforderung galt die Reihenfolge zu finden im Zusammenbau, weil alle Getriebekomponenten, bis auf den Motor, fast gleichzeitig eingesetzt werden müssen. Alles ist mit Kugellager versehen um ein Minimum an Reibung zu erhalten.
Ein Video zeigt die Leistungsfähigkeit unseres Drehgestelles